So sorgt die Einkaufsabteilung von Chocolat Frey dafür, dass an Ostern genügend Schokoladen-Hasen in den Migros-Filialen bereitstehen

Patrick Roth web Text Frey Bunny Family web Text

Die Chocolat Frey AG produziert jährlich ungefähr 35'000 Tonnen Schokolade. Diese Menge entspricht rund 350 Millionen Schokoladentafeln zu 100 Gramm. Davon bezieht der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) mengenmässig den grössten Anteil und ist somit auch der wichtigste Kunde von Chocolat Frey. Generell gehört Ostern bei der Migros wie auch bei anderen Detailhändlern zu den absatzstärksten Zeiten für Schokoladen-Produkte. Es steckt sehr viel Planung und Vorausdenken dahinter, damit die Schokoladen-Hasen jedes Jahr pünktlich zu Ostern in den Verkaufsregalen der Migros-Filialen stehen. Und diese Planung beginnt bei der Beschaffung der Rohstoffe und Packmaterialen bei Chocolat Frey. Procurement Partner hatte die Gelegenheit, mit Patrick Roth, Einkaufsleiter bei der Chocolat Frey AG, über den Beschaffungsprozess von Osterprodukten zu sprechen. 

Beschaffung der Rohstoffe

Wie die Beschaffung der Rohstoffe durchgeführt wird, hängt von der Ware ab. So kauft Chocolat Frey zum Bespiel einen definierten Anteil Kakaobohnen nach Marktsituation ein. Das heisst, sobald die Einstandspreise günstig sind, wird eine grössere Menge eingekauft und bis zum Gebrauch eingelagert. Dies ist jedoch nur bei Gütern möglich, die lange haltbar sind. Kakaobohnen sind dafür besonders gut geeignet: Sie haben kein Ablaufdatum und haben selbst bei jahrelanger und korrekter Lagerung keine Qualitätseinbussen. Daher hat Chocolat Frey schon oft Kakaobohnen für einen längeren Zeitraum auf einmal eingekauft. Diese wurden anschliessend eingelagert und bei Bedarf bezogen. Bei anderen Gütern, wie z.B. Milchpulver oder Haselnüssen, die ein kürzeres Haltbarkeitsdatum aufweisen, wird der Bedarf nach der Planung der Produktion gedeckt. Dies bedeutet, die Produktionsmenge der einzelnen Schokoladenprodukte, z.B. Osterprodukte für den MGB, wird festgelegt und der Rohstoff-Bedarf daraus ermittelt. 

Beschaffung der Verpackungsmaterialien

Die Beschaffung von Verpackungsmaterialien (Folien, Schachteln etc.) ist abhängig vom fertigen Produkt. Für die Osterprodukte des MGBs werden viele unterschiedliche Verpackungen mit teilweise langen Herstellungszeiten benötigt. Deshalb wird das Packmaterial in Sammelbestellungen so früh wie möglich in Auftrag gegeben. 

Herkunft der Rohstoffe und Lieferantenauswahl

Die Rohstoffe, welche für die Produktion der Osterprodukte des MGBs verwendet werden, stammen aus den folgende Herkunftsländern:

  • Zucker und Milch werden zu 100% bei Schweizer Produzenten beschafft. Dies hat zwei Hauptgründe: Zum einen will Chocolat Frey den Werkplatz Schweiz unterstützen und ihre Produkte unter dem Swiss-Made-Label verkaufen können. Zum anderen entstehen so logistische Vorteile für Chocolat Frey: Die Güter sind schnell verfügbar und die Transportwege halten sich kurz.
  • Kakaobohnen werden aus Westafrika und Südamerika bezogen. Je nach Anbaugebiet ist die Qualität und der Geschmack der Bohnen unterschiedlich. So haben Kakaobohnen aus Südamerika einen aromatischeren und intensiveren Geschmack als Bohnen aus Westafrika. Die Rezeptur der einzelnen Schokoladenprodukte bestimmt das Mischverhältnis und somit die Herkunft der Kakaobohnen.
  • Haselnüsse stammen grösstenteils aus der Türkei und Mandeln werden vorwiegend aus den USA importiert.

Die Anforderungen an die Lieferanten sind sehr hoch. Da Chocolat Frey in der Lebensmittelherstellung tätig ist, gibt es unzählige gesetzliche Vorschriften, die eingehalten werden müssen. Darüber hinaus kommen ergänzende Ansprüche der Migros-Industrie dazu. Dabei kann es sich um produktspezifische, gesetzliche oder anwendungsspezifische Anforderungen handeln. Chocolat Frey pflegt eine langjährige Zusammenarbeit mit den meisten Rohstoff-Lieferanten. Bei den Packstoffen kann es anhand von Ausschreibungen immer wieder zu Lieferantenwechsel kommen. Auch gibt es einige Bestandslieferanten, welche vor allem für die Produktion von saisonalen Produkten Packstoffe liefern. 

Ostergeschäft 2018: Planung, Produktion und Lagerung

Insgesamt wurden für den Migros-Genossenschaftsbund über 10’000 Paletten Schokoladenprodukte für Ostern 2018 hergestellt. Das Sortiment umfasst bei der Migros mehr als 100 verschiedene Oster-Produkte. Dazu gehören unter anderem Freylini Schoggi-Eili, Pralinés-Eier oder Schoko-Osterhasen in allen Grössen, Geschmacksrichtungen und Formen. Da das Ostersortiment des MGBs unterschiedliche und viele kleine, filigrane Produkte umfasst, ist der Herstellprozess sehr komplex und die Produktionszeit entsprechend lang. So wurde die Produktion der diesjährigen Osterprodukte bereits im Spätsommer 2017 gestartet. Die entsprechenden Packmaterialen wurden teilweise schon ein Jahr vor Ostern 2018 geordert. 

Vor den Herbstferien 2017 hatte Chocolat Frey die ersten Oster-Schokoladenprodukte für den MGB bereits fertiggestellt. Alle Endprodukte wurden nach der Produktion unmittelbar ins Migros Verteilzentrum in Suhr (MVS) gebracht und dort bis zur Auslieferung zwischengelagert. Die letzten Osterprodukte für den MGB haben die Fabrik von Chocolat Frey Ende Februar 2018 verlassen. Der gesamte Prozess von der Bestellung der ersten Packmaterialen bis zur Produktion des letzten Produktes dauert also beinahe ein Jahr. Sobald die Endprodukte im MVS eingelagert sind, ist der Prozess für die Chocolat Frey AG abgeschlossen. Für die korrekte Lagerung und die pünktliche Verteilung der Schokoladenhasen an die Filialen ist der MGB zuständig. 

Doch für Chocolat Frey gibt es keine Verschnaufpause: Während die ersten Schokoladen-Hasen Anfang dieses Jahres verkauft und verzehrt wurden, begann bereits der Beschaffungs- und Produktionsprozess für Ostern 2019. Die Packmaterialen für 2019 werden bald wieder bestellt und die Produktion der Osterprodukte für 2019 wird zeitnah gestartet.

  • Procurement Partner

27.03.2018