Spannende Einkaufsfakten zu Apple und zum iPhone X

iPhone X

Als Apple vor zehn Jahren das erste iPhone auf dem Markt präsentierte, hätte niemand gedacht, dass sich ein solcher Hype um Apple-Produkte entwickeln würde. Das erste iPhone wurde noch etwas belächelt. Doch spätestens ein Jahr darauf mit dem zweiten Modell iPhone 3G revolutionierte Apple den gesamtem Smartphone-Markt und der Verkaufserfolg stellte sich ein. Mittlerweilen wurde das iPhone über eine Milliarde Mal verkauft und gilt damit als das erfolgreichste Produkt in der Industriegeschichte. Die meterlangen Menschenschlangen vor den Apple Stores, die sich in den letzten Jahren beim Launch eines neuen Modells überall auf der Welt gebildet haben, zeugen von diesem Erfolg. 

Zum zehnjährigen iPhone Jubiläum wartete Apple im Herbst 2017 sogar mit zwei neuen Smartphone-Modellen auf: dem iPhone 8 und dem iPhone X. Mit einem Preis ab 1199 Franken gehört das iPhone X eindeutig zu den teureren Mobiltelefonen, die momentan auf dem Markt angeboten werden. Dennoch gibt es zahlreiche Apple-Fans, die für ein neues Apple Produkt gerne so tief in die Tasche greifen. Begeisterung für die Marke Apple ist dabei das eine. Darüber hinaus haben sich Smartphones über die Jahre auch zu Prestigeobjekten entwickelt. Ihre Besitzer wollen ihre Affinität zu moderner Technik und finanzielle Potenz demonstrieren. 

Was rechtfertigt diesen hohen Preis? Sind die Einzelteile so kostspielig in der Beschaffung? Diese Fragen hat Procurement Partner dazu bewogen, das Beschaffungsmanagement von Apple etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Uns interessieren natürlich auch die Rolle und der Stellenwert des Einkaufs bei Apple. 

Tim Cooks Beitrag zu einem innovativen Beschaffungsmanagement

Besucht man die Firmenwebsite von Apple, zeigt sich im Bereich Procurement ein Standardbild eines internationalen Produzenten. Apple verpflichtet alle Lieferanten, Waren von höchster Qualität zu liefern und eine strenge Qualitätssicherung einzuhalten. Ebenfalls wird soziale und ökologische Verantwortung bei Apple grossgeschrieben. Dasselbe gilt für die Lieferanten des Unternehmens. Zudem legt Apple grossen Wert auf eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit innovativen und dynamischen Lieferanten. 

Viel mehr ist zum Thema Procurement auf der firmeneigenen Website nicht zu erfahren. Das Beschaffungsmanagement bei Apple hat aber bekanntermassen einen hohen Stellenwert. Dies insbesondere, da CEO Tim Cook ein Experte in diesem Gebiet ist. Bevor er 2011 zum CEO bei Apple ernannt wurde, arbeitete er im gleichen Unternehmen als CPO. Zudem war Tim Cook bereits vor seiner Zeit bei Apple für die Beschaffung bei Compaq verantwortlich. 

Die Leistungen von Tim Cook bei Apple im Bereich Beschaffungsmanagement sind herausragend. In der Biographie von Steve Jobs wird unter anderem das Lieferantenmanagement hervorgehoben. Prägend ist das folgende Zitat von Jobs, als er Tim Cook zu seinem Nachfolger vorschlug: “Tim Cook came out of procurement which is just the right background for what we needed.” 

Bei Apple hat es Cook in seiner früheren Rolle als CPO geschafft, ein starkes, verlässliches und innovatives Lieferanten-Netzwerk aufzubauen – und trotzdem signifikante Kosten einzusparen. Er reduzierte die bis dato über 100 strategischen Lieferanten auf 24. Er verhandelte mit diesen Lieferanten neue Verträge und übertrug ihnen weitere Aufgaben, zum Beispiel im Bereich der Lagerhaltung. 

Herstellungskosten am Beispiel des iPhone X

Wie hoch sind die Herstellungskosten beim neuen iPhone X? Bei der Recherche sind wir auf eine Auflistung der einzelnen iPhone Komponenten aufmerksam geworden. Einer chinesischen Website ist es gelungen, an eine detaillierte Preisliste für das neue iPhone zu kommen. Diese zeigt, dass das OLED-Panel-Display die teuerste Komponente am iPhone X ist:

Komponenten Einkaufspreis
OLED-Panel-Display 80.00 USD
Edelstahlrahmen und Glasverkleidung 53.00 USD
256 GB NAND-Flash-Speicher 45.00 USD
3 GB RAM 24.00 USD
A11 Bionic-SoC 26.00 USD
LTE-Modem 18.00 USD
Kamera 33.00 USD
3D Sensor 25.00 USD
diverse Komponenten 108.75 USD
Produktionskosten ca. 15.00 USD
Gesamtsumme ca. 427.75 USD

Glaubt man dieser Preisaufstellung, betragen die gesamten Produktions- und Materialkosten für ein iPhone X nicht mal die Hälfte des Verkaufspreises. Andere Schätzung von Experten gehen gar von einer Summe von nur gerade rund 360 USD aus. Zu den Produktions- und Materialkosten kommen natürlich noch weitere Kosten wie Forschung, Entwicklung und Marketing dazu. Trotzdem wird das iPhone X für Apple wieder ein sehr profitables Produkt werden. 

Ein interessanter Fakt ist auch, dass das Display von einem von Apples grössten Konkurrenten produziert und geliefert wird: Samsung. Somit verdient also auch Apples Konkurrenz – als Lieferant von Apple – am neuen iPhone mit. Gemäss Wall Street Journal gehen gesamthaft rund 110 USD pro produziertem iPhone X an Samsung. Ein lohnendes Geschäft, wenn man die bis Sommer 2019 erwarteten 130 Millionen verkauften iPhones betrachtet. Samsung liefert zwar schon seit längerer Zeit Komponenten an Apple, die 110 USD sind nun aber eine andere Dimension. Das iPhone X steuert zum Umsatz von Samsung damit mehr bei als das Samsung eigene Galaxy S8. 

Apple verdient bekanntermassen sehr gut an seinen Produkten. Gemäss Reuters sind die Komponenten des iPhone X zwar rund 25% teurer als die des iPhone 8. Der um rund 40% höhere Verkaufspreis bringt aber auch hier einen höheren Gewinnbeitrag. Das fokussierte professionelle Beschaffungsmanagement zahlt sich bei Apple somit aus. 

“We care about every worker in our worldwide supply chain… What we will not do – and never have done – is stand still or turn a blind eye to problems in our supply chain. On this you have my word.” Tim Cook

  • Procurement Partner

23.01.2018